PV-Anlage in 3 Schritten online planen
Die HTW Berlin hat verschiedene Online-Solarrechner hinsichtlich ihrer Prognosen zur Stromautarkie getestet. Die Grafik zeigt die berechneten Autarkiegrade für ein typisches Einfamilienhaus mit 10-kW-Solaranlage und Batteriespeicher im Vergleich zu realen Betriebsdaten.
Im Vertrieb von Photovoltaikanlagen und Batteriesystemen gewinnen Online-Tools zunehmend an Bedeutung. Denn die Ergebnisse von Solarstromrechnern beeinflussen die Kaufentscheidungsprozesse von Privatpersonen, die sich für eine Photovoltaikanlage und einen Batteriespeicher interessieren.
Wie die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) berichtet ist aber in den vergangenen Jahren die Anzahl der Online-Tools, die zweifelhafte Berechnungsergebnisse liefern, gestiegen.
Eine neue Analyse der HTW Berlin zeigt jetzt: Selbst unter identischen Rahmenbedingungen variieren die berechneten Autarkiegrade je nach Online-Tool um mehr als 20 Prozentpunkte. Eines der untersuchten Tools ermittelte einen Autarkiegrad von 99 Prozent für ein Einfamilienhaus mit einer 10-Kilowatt-Photovoltaikanlage und einem 9-Kilowattstunden-Stromspeicher.
Ziel der Untersuchung war es, Qualitätsstandards für Solarrechner zu definieren und verlässliche Tools aus der Masse herauszufiltern. Bewertet wurden unter anderem Nachvollziehbarkeit, Transparenz und Realitätsnähe der Ergebnisse – zentrale Kriterien für Verbraucher:innen, die eine fundierte Entscheidung für eine Solaranlage treffen wollen.
Testsieger der Analyse wurden jene Rechner, die realistische Annahmen treffen und ihre Rechenwege offenlegen. Besonders nah am in der wirklichen Praxis zu erwartenden Autarkiegrad des Einfamilienhauses lagen folgende Anbieter:
Zu Etwas stärkere Abweichungen gab es bei den folgenden getesteten Online-Rechnern:
Fazit des Tests: Viele Solarrechner haben Nachholbedarf, was Transparenz und Rechenlogik betrifft.
Um die Transparenz und Qualität der Solarstromrechner zu verbessern, hat die HTW Berlin daraufhin Mindestanforderungen für solche Online-Tools entwickelt. Das Ziel der Qualitätsstandards „vertrauenswürdige Solarstromrechner“ ist es, Privatpersonen den Zugang zu mehr Online-Rechnern zu ermöglichen, die valide und nachvollziehbare Berechnungsergebnisse liefern.
Hierzu gibt die Forschungsgruppe Solarspeichersysteme der HTW Berlin Tipps, worauf bei der Entwicklung von Solarstromrechnern zu achten ist. Die Qualitätsstandards „vertrauenswürdige Solarstromrechner“ richten sich vorrangig an Unternehmen in der Solar- und Energiebranche, die Online-Tools auf ihrer Website anbieten oder diese entwickeln.
Bei der Entwicklung hochwertiger Solarstromrechner sollten folgende Punkte im Vordergrund stehen, die nachfolgend ausführlich erläutert werden:
Die Berechnungsergebnisse eines Solarrechners sind nur so gut, wie die dem Rechner zugrunde liegenden Stromverbrauchs- und Solarerzeugungsprofile.
Zu optimistische Berechnungsannahmen können zu unrealistischen Ergebnissen der Solarrechner führen. Die Nutzer:innen von Solarrechnern sollten daher einfach nachvollziehen können, welche Annahmen den Berechnungen zugrunde liegen.
Die Ergebnisse von Solarstromrechnern beeinflussen häufig Kaufentscheidungsprozesse von Privatpersonen, die sich für eine PV-Anlage und einen Batteriespeicher interessieren. Daher liegt es in der Verantwortung der Entwickler:innen, plausible Berechnungsergebnisse nach bestem Wissen und Gewissen bereitzustellen.
Letzte Aktualisierung: 30.04.2025