PV-Anlage in 3 Schritten online planen
Stromspeicher ermöglichen es, viel mehr des selbst erzeugten Stroms selbst zu verbrauchen. Steigende Strompreise in Kombination mit einer sinkenden Einspeisevergütung haben die Rentabilität von Stromspeichern in den letzten Jahren deutlich steigen lassen. Sinkende Speicherpreise haben diesen Trend noch zusätzlich verstärkt.
Als Stromspeicher für Photovoltaikanlagen wurden anfänglich sowohl Blei-Akkus als auch Lithium-Ionen-Akkus eingesetzt. Heute werden zur Speicherung von PV-Strom nur noch Lithium-Ionen-Akkus eingesetzt:
Die Kosten für Heimstromspeicher haben in den letzten Jahren einen dramatischen Abwärtstrend erlebt. Während ein Heimspeicher im Jahr 2013 noch durchschnittlich 1.277 € pro Kilowattstunde (kWh) kostete, ist dieser Preis bis zum Frühjahr 2026 auf ein historisches Tief von etwa 315 €/kWh gefallen.
Die Entwicklung zeigt, dass sich die Speichertechnologie innerhalb eines Jahrzehnts von einem teuren Nischenprodukt zu einer massentauglichen, wirtschaftlichen Lösung gewandelt hat:
| Kapazitätsklasse | Typische Nutzung | Preis pro kWh (ca.) | Gesamtkosten (nur Speicher*) |
|---|---|---|---|
| Klein (< 5 kWh) | Single-Haushalte / Kleine PV | 450 € – 550 € | 1.800 € – 2.700 € |
| Mittel (5 – 10 kWh) | Einfamilienhaus (Standard) | 350 € – 450 € | 2.500 € – 4.500 € |
| Groß (> 10 kWh) | Hoher Verbrauch / Wärmepumpe | 250 € – 380 € | ab 4.000 € |
Eine bundesweite Förderung von Solarstromspeichern gibt es nicht mehr. Bundesweit werden von der KfW aber zinsgünstige Kredite über das KfW Förderprogramm 270 "Erneuerbare Energien – Standard" angeboten.
Mit Auslaufen des Förderprogramms der Bundesregierung haben viele Bundesländer eigene Förderprogramme initiiert, die je nach Fördertopf mal mehr mal weniger lange gelten.
Interessierte sollte daher auch immer ein Auge auf diese Programme werfen. Weiterer Vorteil: Die landeseigenen Förderprogramme sind in der Regel unabhängig von einer KfW-Förderung und können zusätzlich in Anspruch genommen werden.
Der Sinn eines Stromspeichers besteht darin, mehr Strom selbst verbrauchen zu können. Jede dadurch eingesparte Kilowattstunde senkt bei den aktuellen Preisen für Haushaltsstrom die Stromrechnung um rund 33 bis 37 Cent.
Dem gegenüber wird eine ins Netz eingespeiste Kilowattstunde für neu installierte Photovoltaikanlagen nur mit ca. 12 Cent vergütet. Also beläuft sich der zusätzliche Erlös für jede Kilowattstunde an zusätzlichem Eigenverbrauch auf rund 21 bis 25 Cent.
Unter allen heute realistisch erscheinenden Annahmen rechnet sich ein Stromspeicher über seine gesamte Lebensdauer. Allerdings führen schon leicht unterschiedliche Annahmen bezüglich der jährlichen Strompreissteigerung zu deutlich unterschiedlichen Ergebnissen.
| Posten | Berechnung / Wert | Jährlicher Vorteil |
|---|---|---|
| Gesparter Stromkauf | 8 kWh × 250 Zyklen × 0,35 € | 700 € |
| Entgangene Vergütung | 8 kWh × 250 Zyklen × 0,08 € | -160 € |
| Reiner Ertrag pro Jahr | (Ersparnis minus Ausfall) | 540 € |
| Anschaffungskosten | Speicher inkl. Installation | ca. 4.500 € |
| Amortisationsdauer | 4.500 € / 540 € | ca. 8,3 Jahre |
Zwei Größen sind in diesem Zusammenhang wichtig. Neben dem Eigenverbrauchsanteil, der den Anteil des selbst verbrauchten Stroms angibt, ist auch der Deckungsgrad zu beachten. Dieser gibt an, wie viel des gesamten Stromverbrauchs durch den selbst erzeugten Strom abgedeckt wird. Der eingespeiste Strom trägt also nicht zum Deckungsgrad bei, sondern nur der selbst verbrauchte.
Die Frage der Dimensionierung des Speichers wäre sehr einfach, wenn an jedem Tag die gleiche Strommenge erzeugt und verbraucht würde. Weil dies nicht der Fall ist, muss eine Kompromisslösung gefunden werden. Tage mit hohem Stromertrag sollen möglichst optimal genutzt werden, ohne im Rest des Jahres zu viel Speicherkapazität vorzuhalten bzw. zu verschwenden.
Bei den konkreten Überlegungen zur optimalen Speichergröße sind zwei Fälle zu unterscheiden.
Wenn die Photovoltaikanlage schon vorhanden ist und der Speicher nachgerüstet wird, ist die optimale Speichergröße relativ leicht zu ermitteln. Es hat sich bewährt, pro Kilowatt Nennleistung der PV-Anlage eine Kilowattstunde Speicherkapazität einzuplanen.
Auf diese Weise wird üblicherweise ein Eigenverbrauchsanteil von etwa 60 bis 70 Prozent erreicht. Dies ist erfahrungsgemäß die Grenze, ab der es sich nicht mehr rechnet, den Eigenverbrauch durch einen größeren Stromspeicher weiter zu steigern.
Zu beachten ist, dass bei solchen Empfehlungen immer das Nutzerverhalten eines typischen Haushalts zugrunde gelegt wird. Insbesondere wird unterstellt, dass der Stromverbrauch am Abend besonders hoch ist.
Dieser Fall ist erheblich komplizierter. Wenn die Leistung der Photovoltaikanlage nicht vorgegeben ist sondern ebenfalls optimiert werden kann, wird der Deckungsgrad zu einem wichtigen Thema. Anzustreben sind
aber beide Ziele stehen im Widerspruch zueinander.
Eine kleine Photovoltaikanlage erlaubt einen hohen Eigenverbrauchsanteil, aber nur einen kleinen Deckungsgrad. Umgekehrt sinkt bei großen PV-Anlagen mit hohem Deckungsgrad der Eigenverbrauchsanteil.
Der Sinn eines Stromspeichers besteht darin, diesen Zusammenhang aufzulösen, um den Eigenverbrauchsanteil und den Deckungsgrad gleichzeitig steigern zu können. Um beides gleichzeitig zu steigern, muss aber sowohl die Nennleistung der Anlage als auch die Kapazität des Stromspeichers erhöht werden. Damit steigen die Kosten so stark an, dass sich weitere Erhöhungen ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr rechnen.
Brauchbare Antworten auf die Frage, wie die Nennleistung und Speicherkapazität optimal zu wählen sind, sind durch einfache Überlegungen nicht mehr zu erzielen. Stattdessen wurden zahlreiche Kombinationen in Computersimulationen getestet. Als gute Kombination hat sich dabei erwiesen, pro 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch ein Kilowatt Nennleistung und 1,5 Kilowattstunden Speicherkapazität zu installieren.
Kleinere Speicher nutzen das Potenzial der Speichertechnik nicht optimal, sind aber ebenfalls rentabel. Ein zu groß gewählter Stromspeicher rentiert sich dagegen nicht. So lassen sich wiederum bei typischem Nutzerverhalten 60 bis 70 Prozent Eigenverbrauch und ein Deckungsgrad von 50 bis 60 Prozent erzielen.
Die Wahl der richtigen Ladestrategie für PV-Stromspeicher ist entscheidend, um die Batterielebensdauer zu verlängern, die Eigenverbrauchsquote zu maximieren und das Stromnetz zu entlasten:
Beim eigenverbrauchsoptimierten Laden wird die Batterie vor allem dann geladen, wenn mehr PV-Strom erzeugt wird, als gerade im Haushalt verbraucht wird. Ziel ist es, möglichst viel des selbst erzeugten Solarstroms im eigenen System zu halten und später zu nutzen. Dadurch wird die Netzeinspeisung reduziert, die Batterie füllt sich vor allem bei PV-Überschuss, und der Bezug aus dem Netz kann in den Abendstunden sinken.
Das prognosebasierte Laden arbeitet vorausschauender. Es berücksichtigt erwartete PV-Erzeugung, Verbrauchsverlauf und Batteriestand, um die Ladung gezielter über den Tag zu verteilen. Dadurch kann vermieden werden, dass die Batterie zu früh voll ist oder später nicht genug Speicherreserve vorhanden ist; die vorhandene Solarenergie wird insgesamt effizienter eingeplant.
Beim strompreisorientierten Laden richtet sich die Steuerung zusätzlich oder vorrangig nach dem Börsenstrompreis. Die Batterie wird bevorzugt dann geladen, wenn Strom günstig ist, und Energie wird eher dann genutzt oder gespeichert, wenn hohe Preise erwartet werden. Diese Strategie zielt weniger auf maximale Autarkie, sondern stärker auf wirtschaftliche Vorteile durch geschicktes Laden und Entladen.
Letzte Aktualisierung: 29.04.2026