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SolarEdge Sera: KI-gesteuerter Energieassistent optimiert PV-Anlagen im Privathaushalt

Der Smart-Energy-Anbieter SolarEdge führt mit „Sera“ einen neuen, KI-gesteuerten Energieassistenten für Privathaushalte ein, der Energieentscheidungen automatisiert und die Energiekosten um über 1.000 Euro pro Jahr senken soll.



Sera wird schrittweise in die Residential-PV-Systeme von SolarEdge integriert, darunter auch die kürzlich eingeführte dreiphasige SolarEdge Nexis Plattform. (Grafik: SolarEdge)

Der israelische Wechselrichter- und Speicherhersteller SolarEdge hat die Einführung seines neuen KI-gesteuerten Energieassistenten „Sera“ bekannt gegeben. Die Software wurde entwickelt, um die Energieflüsse in Wohngebäuden autonom zu steuern und den wirtschaftlichen Ertrag von Photovoltaikanlagen zu maximieren.

Die offizielle Produktvorstellung erfolgt auf der Fachmesse Intersolar Europe 2026 in München. Das System wird ab sofort sukzessive in allen SolarEdge PV-Anlagen für Privathaushalte integriert - einschließlich des dreiphasigen Heimspeichersystems SolarEdge Nexis.

Intelligente Vernetzung über das SolarEdge Ecosystem

Das primäre Ziel des KI-Assistenten ist es, komplexe Energieentscheidungen im Haushalt ohne manuelle Eingriffe des Nutzers zu optimieren. Sera ist direkt über die bestehende mySolarEdge-App zugänglich und greift auf das gesamte Energie-Ökosystem des Herstellers zu. Hierzu zählen:

  • Photovoltaikanlage (Wechselrichter und Optimierer)
  • Batteriespeicher
  • E-Auto-Ladestation (Wallbox)
  • Kompatible Großverbraucher wie Wärmepumpen

Die Software analysiert kontinuierlich verschiedene Datenpunkte, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Dazu gehören Prognosen zur PV-Produktion, der aktuelle Batteriestatus, das historische Verbrauchsverhalten des Haushalts sowie dynamische Stromtarifstrukturen. Laut Herstellerangaben können Besitzer eines SolarEdge Nexis-Systems, die den vollen Funktionsumfang nutzen, ihre Energiekosten um mehr als 1.000 Euro pro Jahr reduzieren.

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Schutz vor negativen Strompreisen und smarte Ladestrategien

Auf der Intersolar Europe präsentiert das Unternehmen die ersten konkreten Kernfunktionen, die durch den Einsatz künstlicher Intelligenz ermöglicht werden:

Negative Rate Guard

Diese Funktion adressiert die zunehmende Problematik negativer Einspeisetarife am Strommarkt. Sobald die Strompreise an der Börse unter null fallen und Betreiber für die Netzeinspeisung bezahlen müssten, greift die Software ein. Der PV-Strom wird dann automatisch in die Batterie umgeleitet oder direkt im Haushalt verbraucht, um eine kostenpflichtige Einspeisung zu verhindern.

Smart Predictions

Der Algorithmus nutzt KI-gestütztes Lernen, um den zukünftigen Energiebedarf des Haushalts zu prognostizieren. Hierzu werden Verbrauchsmuster im Zeitverlauf analysiert und mit Wettervorhersagen abgeglichen. Ein praktisches Anwendungsbeispiel: Erkennt das System, dass für den Nachmittag hoher Solarertrag prognostiziert ist, wird das Laden des Heimspeichers am Vormittag bewusst verzögert. So bleibt ausreichend Speicherkapazität für die Erzeugungsspitze zur Mittagszeit frei.

Ausblick: Weitere Smart-Energy-Funktionen noch in 2026

Für die zweite Jahreshälfte kündigt der Hersteller den Rollout weiterer Software-Features an. Mit „Smart Charge“ soll das Laden von Elektrofahrzeugen gezielt in die günstigsten Stromtarif-Stunden oder in Phasen hoher solarer Überschüsse verschoben werden.

Die Funktion „Peak Guard“ überwacht die gleichzeitigen Lasten im Haus, um eine Überlastung des elektrischen Netzanschlusses zu vermeiden. Zudem soll „Solar Boost“ eine temporäre Erhöhung der verfügbaren Leistung ermöglichen, indem PV-, Batterie- und Netzstrom intelligent kombiniert werden, um anspruchsvolle Verbraucher wie Wärmepumpen oder Poolpumpen stabil zu betreiben.

Hausbesitzer behalten dabei die Kontrolle über das System: In den Einstellungen der App lässt sich festlegen, ob Sera vollkommen autonom agieren darf oder vor jeder Schalthandlung eine Bestätigung des Nutzers anfordern muss. Pascal de Boer, General Manager Europe bei SolarEdge, erklärt hierzu:

„Verbraucher sollten keine Energieexperten werden müssen, um das Beste aus ihren Investitionen in PV, Batterien und Elektrofahrzeuge herauszuholen. Sera bringt KI-gesteuerte Intelligenz in komplexe Entscheidungen zur Energieversorgung im Haushalt ein, die bisher manuelle Verwaltung und ständige Aufmerksamkeit erforderten.“

Entlastung für das Handwerk und Präsentation auf der Intersolar

Neben dem Mehrwert für Endkunden soll die transparente Darstellung der Energieentscheidungen in der App auch Fachpartnern zugutekommen.

Das Unternehmen geht davon aus, dass das gesteigerte Systemverständnis der Nutzer die Anzahl routinemäßiger Serviceanfragen bei Installateuren reduzieren wird. Gleichzeitig bietet die Software eine datenbasierte Grundlage für das Upselling weiterer Systemkomponenten wie zusätzlicher Speichermodule oder Ladestationen.

Interessierte Fachbesucher können sich auf der Intersolar Europe 2026 (Halle B4, Stand 110) ein Bild von der Software machen. Dort zeigt der Hersteller neben der KI-Lösung auch das einphasige SolarEdge Nexis-System für den europäischen Markt sowie die bereits in Deutschland eingeführte dreiphasige Variante.

Letzte Aktualisierung: 22.06.2026